Auf die Stunde genau eine Woche später treffen sich die beiden erneut. Es soll ein weiteres Beschnuppern werden, um die Vorfreude zu erhöhen, ein weiteres unverbindliches Treffen, um sich aneinander zu gewöhnen, zu sehen, ob es denn passen könnte. Sie gehen auf den Weihnachtsmarkt, ziehen sich aber schnell ob der Kälte in ein behagliches Restaurant zurück, wo sie weiter reden und erzählen, sich austauschen über Erlebtes und Vergangenes.
Danach gehen die beiden ins Kino, schauen sich einen Film an, der teilweise sogar Parallelen zu ihrer eigenen Geschichte aufweist – sehr entfernt, versteht sich, aber dennoch – und Aprikose schmiegt sich im Laufe des Filmes ganz leicht an diesen Menschen, der nebendran sitzt, um zu testen, wie weit sich der andere Mensch denn schon traut. Es kommt keine Ablehnung, aber auch keine Anlehnung von der anderen Seite, was Aprikose aber als gutes Zeichen deutet.
Nach dem Kino – es ist nichts weiter passiert, und Aprikose hält sich an den Plan, vorerst keine weiteren Annäherungsversuche zu starten, so Hals über Kopf, und sich das „volle Programm“ fürs nächste Jahr aufzusparen – fährt dieser so sympathische, attraktive junge Mensch die Aprikose noch zum Bahnhof, wo es Abschied nehmen heisst. Lächelnd tauschen sie Geschenke aus, denn sie werden sich nicht nochmals sehen vor Weihnachten, und sie umarmen sich lange.
Der Mensch sagt, dass es ein wirklich schöner Abend war, und Aprikose packt sich die Tasche, stottert noch was blödes vor sich hin, und noch ein letztes Mal umarmen sie sich. Aprikose dreht den Kopf und will etwas sagen, aber vergisst plötzlich alles, als der Mensch das Früchtchen plötzlich und überraschend mit einem Kuss auf Wolke 7 katapultiert…