Verfasst von: aprikose | 260. Januar 2009

Vorwärts

Du sagst, dass du dich nicht entscheiden kannst. Zwischen den verschiedenen Menschen, die Gefühle für dich haben. Weil du Gefühle für alle hast. Und dass dein Leben gerade ziemlich beschissen ist. Deine Eltern stehen nicht zu dir, deine Freunde sind weit weg, deine Karriere ist soeben weit zurückgeworfen worden und deine Gefühle machen gerade, was sie wollen. Ich kann dir helfen, aber ich kann dich nicht vor dir selbst schützen. Und das scheinst du nicht zu begreifen.

Liebe ist nicht nur ein Gefühl, das man für einen Menschen empfindet. Dazu gehört weit mehr, auch dass man sich auf diesen Menschen einlässt und wirklich sein Leben mit ihm verbringen will. Das man sich willentlich einem Menschen hingibt. Das entscheidende Wort hier ist „wollen“. Du weisst nicht, was du willst, lässt mich hier in Unsicherheit stehen und vertraust darauf, dass mein eh schon gebrochenes Herz das aushält.

Meine Liebe ist gross – aber nicht unendlich. Irgendwann kommt der Punkt, an dem mein Selbstschutz greift. Ich werde mich nicht aufopfern. Ich werde nicht noch einmal diesen Fehler begehen. Ich bin immer noch ich. Und nicht deine Knetmasse, die du nach Wünschen und Belieben verformen, zerdrücken, zerreissen und bei Nichtgebrauch wegstellen kannst. So funktioniert das nicht.

Dass ich mich so getäuscht habe in dir. Ich hätte das nicht gedacht. Vielleicht hätte ich einfach von Anfang an auf alle Stimmen hören sollen, dir mir gesagt haben, dass das nichts wird. Aber nein, Dummchen Aprikose musste ja alle Erfahrungen selbst machen. Warum basieren wissenschaftliche Erkenntnisse aufeinander, aber werden zwischenmenschliche Fehler immer wiederholt?

Was du mir im gestrigen (oder heutigen, ginge man nach der Uhrzeit), stundenlangen Gespräch alles gesagt hast… hat mich nur bekräftigt. Ich kann das nicht. Ich halte es nicht mehr aus. Weder dass du mir sagst, dass du dir nicht sicher bist, ob du mich liebst, noch dass du dein Leben mit solcher Gleichgültigkeit wegschmeissen würdest. Du ziehst mich runter, und ich lasse nicht zu, dass du mein Leben mit ruinierst. Ich habe Träume, Wünsche, Hoffnungen – und du erstickst die Deinigen.

„Ich werde nicht ewig auf dich warten.“ – „… Ich habe dich auch nie gebeten, auf mich zu warten…“

Und auch wenn es mir unglaublich schwer fällt: Dann ist nun der Zeitpunkt gekommen, an dem ich gehen muss. Ich kann nicht still stehen. Ich bin stark, aber ich kann dich nicht halten, wenn du in die andere Richtung ziehst. Es tut mir leid.


Antworten

  1. Liebe aprikose,

    wenn eine Situation so ist, wie Du sie jetzt empfindest, so voller Emotionen und gefühlter Verletzungen, dann hilft der Austausch von Sach-Argumenten womöglich nicht weiter.

    Vielleicht schafft Ihr es wieder, Euch Gefühle zu zeigen.

    Abstand kann Euch helfen. Wieder Nähe zu finden. Oder die Distanz für gut zu befinden.

    Ich drück Dir die Daumen, dass Du da „gut durch“ kommst. Egal, wie es weiter geht.

    Und Du hast vollkommen recht. Lass Dich nicht runterziehen. Wenn etwas einem nicht gut tut, muss man erst einmal zusehen, dass man selber wieder auf die Füße und Beine kommt. Stark wird.

    Liebe Grüße,
    Ulf

    • ich weiss nicht. die letzten tage und gespräche haben mich sehr entfremdet von meinem menschen… ich bin verletzt und auch enttäuscht, und ja, jetzt brauche ich erst einmal abstand.

      zeit für mich wird mir gut tun. und ich merke auch, dass es mir bereits gut tut.

      liebe grüsse,
      aprikose

  2. Das liest sich ja alles nicht sehr schön, was mich aber besonders beunruhigt ist die Tatsache, dass es sich im ersten Moment so liest, als seid ihr schon Jahre lang zusammen und habt nun die erste grosse Krise.

    Aber da ich ja weiss, dass es sich noch um eine relativ frische Beziehung handelt, glaube ich, dass er einfach nicht der Richtige für dich ist, oder du nicht die Richtige für ihn…

    • ja. vielleicht ist es wirklich so… ich weiss es nicht.

      • Irgendwann finden wir zwei auch noch unser absolutes Glück, man darf die Hoffnung nur nie aufgeben (und sowas aus meinem Mund…)

        • genau :) halbvoll ist das glas.

          • Na nun wollen wir es mal nicht gleich übertreiben ;)

  3. Liebe aprikose,
    ich finde deine Worte ehrlich gesagt sehr stark – klar kann Abstand helfen. Vielleicht. Aber du spürst es selbst am Besten, ob du das möchtest. Da draußen warten noch soooooo viele – glaub mir! Ich werde bald 37 und glaube auch daran, weil ich es spüre, dass der Richtige noch kommen wird, mit dem zusammen sich meine Wünsche erfüllen!
    Stattdessen habe ich eine on-off-Geschichte laufen, die mir nicht gut tut, das spüre ich ganz genau – es zu beenden wäre mein Heil. Diese Stärke, diesen Mut werde ich noch aufbringen, ganz bestimmt! Jetzt starte ich mal beruflich neu durch. Alles auf einmal geht nicht…
    Ich drück dir ganz fest die Daumen, dass du der Stimme deines Herzens folgen kannst!
    Herzlichst Elisabeth

    • liebe elisabeth,
      danke für deine worte. ich habe es nun geschafft, die stärke und den mut aufgebracht, aber hätte ich nicht erfahren, dass dieser mensch manchmal mit mir gespielt hat, hätte ich es wohl nicht übers herz gebracht.
      ich hoffe, dass du auch bald erkennst, wohin dich dein herz führt :)

      liebe grüsse,
      aprikose


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