Es wird gefeiert. Menschen sind fröhlich, lachen und haben Spass an der Gemeinsamkeit, reden, trinken, fläzen sich auf das Sofa und stossen an, auf mich. Es ist mein Abend. Und ich geniesse es… doch dann fühlt sich alles sehr weit weg an. Ich sehe die Gesichter, die sich zu einem Lachen formen, höre aber nichts, erwidere das Lächeln, ohne dass es meine Augen erreicht. Eine Farce, ein reines Hochziehen der Mundwinkel, um höflich zu bleiben und den Augenblick nicht zu zerstören. Ich fühle mich plötzlich fehl am Platz, entschuldige mich kurz und ziehe mich zurück, kann jetzt nicht mit anderen Menschen zusammen sein.
Es war auf eine gewisse Art befreiend, allein zu sein. Alleine das Pärchen, das sich drüben im Wohnzimmer liebkoste, war schon zu viel, hat mir einen Stich versetzt… Ich fühle mich fremd, und eigentlich bin ich es auch. Ich würde gerne mit jemandem reden, doch es ist zwei Uhr nachts, und ich will niemanden aus dem Bett klingeln, denn ich weiss ohnehin nicht, was ich sagen sollte, über was ich reden will. Ich denke an alles und an nichts gleichzeitig, und es fällt mir sehr schwer, mich wieder unter die Gäste zu mischen. Vielleicht später.
Es läuft Moby. Ich liege auf dem Bett, die Augen geschlossen, und höre zu. Ich fühle mich seltsam leer, und vor allem einsam. Meine Sehnsucht nach Nähe ist in diesem Moment extrem stark. Ich bin müde, und mir ist kalt… am liebsten hätte ich jemanden in meinem Bett, an den ich mich kuscheln könnte, der mir das Gefühl vermittelt, da zu sein. Warum kann ich mich nicht einfach freuen, wie alle anderen? Warum werde ich immer zu Zeiten grossen Glückes plötzlich so melancholisch, sehnsüchtig, vermissend? Ich fühle mich wie die kleine Katze im Video. Und es passt überhaupt nicht zu mir.
Ich setze meine Maske wieder auf und gehe zu den anderen. Es ist mein Abend. Und es ging mir nie besser. Aber… es fehlt etwas.
Es ist dein Abend? Hattest du etwa Geburtstag? Einweihungsfeier? War ich denn auch eingeladen?
Zumindest hätte ich dir mein Konterfei aus Pappe zusenden können, welchen du an einen Ballon mit Helium drin hättest dran heften können, der Unterschied wäre kaum bemerkbar gewesen.
Aber ich schweife ab. Kann dein Gefühl irgendwie nachvollziehen. Wobei zu mir passt das eben, bin ja nicht umsonst ein sadboy.
Zu dir passt das nicht, du solltest es wegmachen! Frag mich aber nicht wie.
Von: sadboy81 am 307. Januar 2009
um 12:00
am ehesten trifft es einweihungsfeier ;)
ich würde dich gerne einladen, aber jetzt wo du 700 statt knappe 70 kilometer entfernt wohnst, wird das etwas ungünstig…
das gefühl ist schon wieder weg. stehaufaprikose, schon vergessen? ;)
liebe grüsse,
aprikose
Von: aprikose am 308. Januar 2009
um 00:09
Jaja, diese verdammten Scheiss-Stimmungswechsel, wenn man sich gerade großartig fühlt und denkt, es könnte nicht besser laufen. Normal. Kein Grund zu hadern. Das ist eben so. Und ist auch nicht schlimm. Nehmen wir sie, wie sie kommen.
Von: irodeschi am 307. Januar 2009
um 17:52
so ist es :)
würde ich mit einem dauergrinsen durch die gegend laufen, würde ich mich auch irgendwann fragen, was nicht stimmt. kein grund zur sorge.
liebe grüsse,
aprikose
Von: aprikose am 308. Januar 2009
um 00:10
sehr schöner und trauriger text. Ich kenn diese komischen Gefühlswechsel von einem Moment auf den nächsten nur all zu gut.
Hoffe es wurde trotzdem noch ein „schöner“ Abend für dich. Und immer dran denken, nur noch 8 Wochen 2009 ;)
lg =)
Von: diezukunft am 309. Januar 2009
um 20:45
stimmt. jetzt wo du es sagst, dieser beitrag könnte genausogut aus deiner feder stammen, so etwas ähnliches habe ich oft bei dir gelesen…
ja, es wurde doch noch schön (siehe neuester post) ;)
liebe grüsse,
aprikose
Von: aprikose am 310. Januar 2009
um 18:08