Keine Sorge, mir geht es gut. Es gibt nur dann und wann Momente, in denen ich mich nach Geborgenheit sehne, eine Umarmung bräuchte, und Moby laufen lasse, um mich in meiner gefühlten Einsamkeit zu suhlen. Ich habe mich die letzten Tage rar gemacht, weil es so viel zu tun gab, Umzug, Vorstellungsgespräche und eine kurze Einlebungsphase. Aber, mir geht es nicht nur gut, sondern prächtig!
Als erstes die Wohnsituation. Ich habe nun schon mehrere Jahre allein gelebt und es durchaus genossen, doch ich wollte etwas neues erleben. Es war eine schwierige Entscheidung, aber es fühlte sich richtig an. Ich wohne mit einem sehr junggebliebenen Mensch zusammen, der etwa in sadboys Alter ist (was nicht heissen soll, dass das für mich alt ist ;) ). Als ich das Bad mal aus der Nähe gesehen habe, wollte ich zwar gleich wieder ausziehen, aber nach einer Notfall-Putzaktion war auch dieses Problem behoben. Und es hat sogar gleich abgefärbt: mein WG-Mensch fing selbstständig an zu putzen :)
Wir verstehen uns super, unser Humor ist auf einer Wellenlänge, und obwohl die Wohnung nicht gerade die erträumte Erstbezug-Dachwohnungs-Maisonette in Waldnähe ist, hab ich schon jetzt ein „Zuhause-Gefühl“ – und das ist das Wichtigste, finde ich. Durch den WG-Mensch habe ich auch schon viele nette Leute kennengelernt, die mich überaus freundlich aufgenommen haben, was ich sehr zu schätzen weiss. Und von einem unbeabsichtigt belauschten Gespräch (die Balkontür war offen) weiss ich, dass auch er seine helle Freude an mir hat. Er beschrieb mich als „wirklich toll“, und – wo ich lachen musste – in begeistertem Tonfall „wie eine Ehefrau, nur ohne Sex!“
Jobmässig war ich sehr überrascht, was sich ergeben hat. Trotz aktueller Marktlage und einer Gegend, die nicht gerade als grosszügig oder einfach gilt, habe ich, so beim Vorstellungsgespräch empfunden, eine geniale Stelle erhalten, die darüber hinaus mit sehr überdurchschnittlicher Bezahlung entgeltiert wird. Wobei dies eine schwierige Entscheidung war, denn es war nicht einmal die einzige attraktive Arbeit, die mir praktisch hinterhergeworfen wurde – was ein sehr angenehmes Erlebnis für mein Ego und dessen Selbstvertrauen war.
Und in der Liebe? Da bleibt der erhoffte Erfolg noch aus, aber ich habe jetzt Nägel mit Köpfen gemacht und mich an den öffentlichen Singlebörsen-Pranger gestellt. Mag vielleicht nicht jederaprikoses Sache sein, aber ich finde, dass man sich so gut kennen lernen kann, schon bevor man sich trifft, was nicht nur ein finanzieller Vorteil ist. Vielleicht ist’s aber auch Torschlusspanik. Auf jeden Fall: Ich habe endgültig mit der Vergangenheit abgeschlossen, und geflirtet wird schon wieder. Sogar sehr vielversprechend :)
Die Entscheidung, wegzuziehen und woanders neu anzufangen, war sehr richtig. Ich fühle mich nach wie vor energiegeladen, und jetzt, wo es in allen Lebensbereichen wieder in grossen Schritten voran geht, habe ich das Gefühl, dass es mir selten besser ging als in diesen Tagen.
Ist eine Ehefrau denn mit Sex? ;)
Von: the rufus am 308. Januar 2009
um 00:43
sag du es mir ;)
Von: aprikose am 308. Januar 2009
um 00:47
Ja, ist – in meinem Fall halt … obwohl Ehefrau? sFrauli halt ……. *gggg*
Von: the rufus am 308. Januar 2009
um 21:29
s’ehefrauli, sei doch so lieb ;)
Von: aprikose am 308. Januar 2009
um 23:54
„wie eine Ehefrau, nur ohne Sex!“
Hätte es nicht Ehemensch heißen sollen? ;-)
Von: Thomas am 308. Januar 2009
um 09:32
nur weil der wg-mensch mich so bezeichnet, ist das noch kein rückschluss auf mein geschlecht, oder? ;)
und wenn ich „ehemensch“ schreibe, geht doch das klischee der „ehefrau“ verloren ;)
Von: aprikose am 308. Januar 2009
um 16:28
Egal ob Mann oder Frau, liebe Aprikose, du hast eine eindeutig weibliche Seite. Für mich wirst du immer eine weibliche Aprikose bleiben :-)
Von: Thomas am 308. Januar 2009
um 18:37
;)
Von: aprikose am 308. Januar 2009
um 23:54
Ah, und vergiss nicht nur lokal bis 50km Entfernung zu suchen oder dich finden zu lassen. Wenn man mal jemanden hat, der weiter weg wohnt, nimmt man alle Strapazen der logistischen Hürden auf sich, auch wenn es 500km sind.
Sowas kann man aber im Vorfeld bereits vermeiden. Traummenschen gibt’s wohl nicht nur in der weiten ferne :-)
Von: Thomas am 308. Januar 2009
um 09:35
ich war schon immer ein mensch, der die sachen gerne selber in die hand nimmt. wenns sich ergibt, dann ergibt es sich halt, und dann komme was wolle ;)
dank meines arbeitgebers muss ich auch keine „logistischen hürden“ mehr überwinden, höchstens zeitlich.
liebe grüsse,
aprikose
Von: aprikose am 308. Januar 2009
um 23:56
Liest sich alles prächtig und darf so bleiben oder besser werden!
Von: irodeschi am 321. Januar 2009
um 18:55