Verfasst von: aprikose | 10. Januar 2012

Liebe verleiht Flügel

Ich kann mich nur schwer von Dingen trennen. Ich sammle nicht, aber ich behalte. Selbst komplett nutzlose Dinge werfe ich nicht weg, sondern bewahre sie auf, warum auch immer. Früher hatte ich gefüllte Setzkästen mit Krimskrams, und sogar meine Backups werden immer grösser, weil ich alte Dateien nicht einfach lösche. Und in meinem Handy befindet sich immer noch die Telefonnummer meines Menschen, dem ich vor nun beinahe einem Jahr Lebwohl gesagt habe. Und auch diejenige eines anderen Menschen, mit dem ich vor ziemlich genau einem Jahr viel kommuniziert habe. Die Rede ist von jemandem, dem ich viel verdanke. Von dem ich endlich dieses Gefühl des “Begehrtseins” erhielt, der mir oft sagte, wie hübsch ich sei, wie viel ich aus mir machen könne. Ein Mensch, der mir damals so viel bedeutete, und zu dem ich kurze Zeit später den Kontakt ebenfalls komplett abgebrochen habe. Weil es einfach zu weh tat zu sehen, dass er so schnell jemand anderes gefunden hatte.

In Facebook habe ich ihn nicht gelöscht. Aber dafür die Benachrichtigungen ausgeblendet – aus den Augen, aus dem Sinn. Erst als vor kurzem ein unverhofftes Like auf einem meiner Bilder erschien, habe ich mich dazu durchgerungen, doch ein schönes neues Jahr zu wünschen. Es ist alles lange genug her, und doch habe ich diesem Menschen einiges an positiven Gedanken zu verdanken, insbesondere solche, die mich gut über mich selbst denken lassen.
Natürlich folgte ein längeres Gespräch, dem sich weder ich noch die andere Person entziehen konnten. Ich war, gelinde gesagt, konsterniert… vom Feuer und der Eigenständigkeit dieses Menschen war nicht mehr so viel übrig wie noch vor einem Jahr, wo dies alles deutlich zu spüren war. Er wollte studieren, was aus sich machen, hatte diese brennende Kraft nach vorne in sich, die mich selbst angesteckt hatte, und nun ist nur mehr Resignation übrig.

In einer unglücklichen Beziehung feststeckend, in einem Job, der diesen Menschen weder fordert noch fördert, in einigen Wochen wird er mit diesem anderen Menschen zusammenziehen, den er “eigentlich liebt”, aber angeblich für ihn “nicht mehr so wirklich Gefühle” hat, und eigentlich sei das alles nur dem Kind zuliebe. Dem Kind?? Ja, im Frühjahr käme die Tochter zur Welt. Und da war ich endgültig baff. In dem Alter, von diesem Menschen, damit hätte ich niemals gerechnet.

Na, was denn aus dem Studium geworden sei? Den ganzen Plänen? Ob der andere Mensch ihn da nicht unterstützt hätte?

Nein, sagt er. Der Andere würde von einem Studium nicht viel halten, Geld sei wichtiger. Ich sass mit grossen Augen vor meiner Tastatur und wusste gar nicht, wo ich anfangen sollte.

“Tja… irgendwie bin ich fast etwas schockiert, denn das ist nämlich genau das, was ich von DIR gelernt habe: Etwas aus mir zu machen, mich nicht beirren zu lassen, und mir Menschen zu suchen, die mich unterstützen. Dass ich DIR das jetzt sagen muss ist irgendwie… falsch!”

Dann war mein Gegenüber an der Reihe, sprachlos zu sein. Und irgendwann, nachdem ihm alles ein wenig wie Schuppen vor den Augen gefallen war, kam:

“Ach, auch das mit uns… Ich hab alles kaputt gemacht. Es hätte alles so schön werden können… aber ehrlich gesagt, hat mir alles ein wenig Angst gemacht. Ich hätte einfach in deine Stadt ziehen können, dort studieren, ein Leben mit Zukunft aufbauen… aber ich hatte einfach Angst. Es lag nicht an dir persönlich.”

Und nun führt dieser Mensch eine Beziehung mit jemandem, der ihm nicht genug Aufmerksamkeit schenkt, der keine Komplimente macht, der ihm das Gefühl gibt, nicht begehrt zu sein – und spätestens hier entsprach mein Gesichtsausdruck demjenigen beim Biss in eine Zitrone. Es kam mir alles so schrecklich bekannt vor. Nur dass dieser Mensch sich mit dem Kind nun sehr viele Optionen verbaut oder zumindest stark erschwert hat, denn dies ist eine sehr schwerwiegende Bindung. Klingt herzlos? Jein. Das Kind war geplant, und ich kann nicht verstehen, dass man bei all diesen Plänen für die eigene Zukunft schon mit kurz nach zwanzig eine Familie gründet. Mit einem Partner, mit dem man so kurz zusammen ist, und der einem auch keinen Rückhalt gibt! Warum?

Später endete das Gespräch in eine Richtung, die mir nicht unbedingt gefiel. In eine Richtung, die Sätze enthielt wie: “Eigentlich ergänzen wir uns ziemlich gut… Ich unterhalte mich total gerne mit dir, und ehrlich gesagt weiss ich gar nicht mehr, was ich für ein Problem ich mit uns hatte…”, und die nachts um zwei SMS erscheinen liess mit “Kannst du auch nicht schlafen?”. Diese Richtung werde ich unterbinden, denn obwohl ich diesen Menschen nach wie vor unglaublich interessant finde… der Zug ist abgefahren. Aber darum geht es jetzt auch gerade nicht, der Beitrag ist eh schon lang genug.

Worauf ich eigentlich hinaus wollte ist die Art der Partnerschaft, die dieser Mensch gerade führt. Was er mir erzählt, ist genau das, was mir mit meinem Exmenschen passiert ist: Keine Zuneigungsbekenntnisse, zu wenig Aufmerksamkeit, und so weiter. Interesse. Aber wirklich schlimm fand ich die Tatsache, dass er keine Unterstützung von seinem Menschen erhält. Er ist sehr intelligent und könnte ein Studium mit links schmeissen, und dass hier der Partner nicht voll dahintersteht, sondern sogar blockiert, finde ich schrecklich. Perlen vor die Säue – Partnerschaft ist doch nicht einfach irgendein Hobby! Ich muss doch meinen Menschen kennen, wissen, was ihn antreibt, was ihm fehlt, was seine Wünsche sind. Eine Partnerschaft besteht darin, dem anderen Steine aus dem Weg zu räumen und ihm diese Wünsche zu erfüllen, sich gegenseitig zu unterstützen. Liebe ist, dem anderen Flügel wachsen zu lassen.


Antworten

  1. Dass einen der Partner nicht unterstützt oder nicht an einen glaubt kenn ich auch gut.

    In meiner Familie hieß es auch nur, dass ich ja garnichts arbeiten möchte … Zumindest von Seiten meiner Verwandtschaft. Sie haben dann geschaut, wie ich nach der Regelstudienzeit mit meinem Studium und einer 1,5 im Diplom fertig war …

    Meine derzeitige Freundin unterstützt mich leider auch nicht. Sie ist wohl zu ehrlich und sagt direkt, was sie denkt. Ich hingegen ermutige sie, wenn sie etwas neues machen möchte, auch wenn ich im Hinterkopf immer habe, dass es schwierig sein könnte. Aber ich sag ihr das nicht und so hätte ich es auch gerne. Ich würde hin und wieder gerne mal angeschwindelt werden. Keine Chance bei ihr …

    Was das Andere angeht, dass derjenige so intelligent ist, dass er studieren könnte, aber ihm seine Partnerin aktiv daran hindert, ist aber auch verständlich. Manchmal ist der Zug einfach abgefahren und neue Gegebenheiten wichtiger. Unterhaltssicherung für die – möglicherweise – derzeit nicht arbeitende junge Mami … Versucht er Arbeit und Studium und Kind und Frau und Beziehung und alles was dazu gehört unter einen Hut zu bringen, wird zwangsläufig irgendwas leiden. Die Frage ist, um was es *wirklich* geht.

    Manchmal werden Menschen auch nur unzufrieden gemacht, wenn ihnen die eigene Wertevorstellung – z.B. man muss studiert haben, um im leben glücklich zu sein – suggeriert wird. Vlt sind sie schon zufrieden, so wie es ist …

    Ist alles nicht so einfach :)

    • Man muss nicht studiert haben, um glücklich zu sein. Aber wenn ich von einem Menschen höre, dass er unbedingt studieren will, nicht zuletzt weil er sich seines Potentials absolut bewusst ist, dann verstehe ich nicht, wie all diese Entschlossenheit nach einem Jahr plötzlich verpuffen kann.
      Gerade der Partner muss einen doch in dieser Hinsicht unterstützen. Stärken erkennen und fördern – das ist dasselbe wie bei Kindern. Der Partner dieses Menschen lässt ihm keine Flügel wachsen, er stutzt sie.

      Angeschwindelt werden möchte ich nicht. Wenn ich etwas dummes mache, lasse ich mir gern einen Hinweis geben. Wie nett und rücksichtsvoll dieser Hinweis ist, steht auf einem anderen Blatt… auf Sätze wie “was du da machst find ich total scheisse” kann ich auch verzichten ;)

      Klar geht es jetzt um das Kind. Aber wie man mit all den genannten Gedanken im Hinterkopf zum Trotz eine Familie plant… ich kann es nicht nachvollziehen. Ich bin nicht gegen Kinder, im Gegenteil, ich will auch welche. Aber noch nicht jetzt. Ich will reisen, ich will feiern, ich will leben! Und genau so habe ich diesen Menschen auch kennengelernt. Aber mit einem Kind an seiner Seite gehen gewisse Dinge für lange Zeit nicht mehr, andere nur noch erschwert.

      Dass das auch noch mit einem Menschen stattfindet, der offenbar gar nicht zu schätzen weiss, wen er da hat, macht mich irgendwie traurig. Ich stelle mir dann immer vor, wie es wäre, wenn ICH dieser Mensch gewesen wäre und ihn ein Jahr lang begleitet hätte, was daraus hätte werden können. Aber leider kann man niemanden zu seinem Glück zwingen.

      Liebe Grüsse,
      Aprikose

  2. Ich stimme dir vollkommen zu, liebe Aprikose. Wenn mein Partner einen Wunsch hat, würde ich vollkommen hinter ihm stehen und nach besten Kräften helfen, damit sich sein Wunsch erfüllt. Natürlich kann es gut sein, dass ich dafür zurückstecken muss, aber im Endeffekt will ich doch, dass mein Partner mit seinem gewählten Leben glücklich ist.

    Ich habe schon vielen Freunden und Bekannten geraten, dass sie nicht an einer bestimmten Uni studieren sollen, nur damit sie nah an ihrem Partner sind. Wenn die Partnerschaft in die Brüche ginge, würden sie es bereuen. Und ich glaube an diese wundervolle Partnerschaft, die alles übersteht – auch eine gewisse Entfernung über einige Jahre.

    Ich finde es traurig, wenn der Partner einem, so wie in deinem Beitrag, die Möglichkeiten nicht gibt. Und diese Person ist nun durch das Kind noch weiter eingeschränkt. Sehr stark sogar. Ein Kind kostet, ein Studium kostet. Ohne Unterstützung vom Partner ist es so gut wie unmöglich, das durchzuziehen.

    Ich befürchte, da kommt noch viel Reue und ein großes, tiefes Loch auf diese Person inkl. der Frage “was wäre wenn” zu. Wenngleich sich diese Person das “was wäre wenn” schon gestellt hat. Bei dir.

    • Liebe Julia,

      Natürlich kann es gut sein, dass ich dafür zurückstecken muss, aber im Endeffekt will ich doch, dass mein Partner mit seinem gewählten Leben glücklich ist.

      Das funktioniert aber nur, wenn es beidseitig ist! Ich habe auch lange zurückgesteckt und meinem Menschen alle Steine aus dem Weg geräumt, aber während dieser Höhenflüge machte, habe ich mir Blasen geholt…
      Daher: Wünsche unterstützen auf jeden Fall, aber sich selbst nicht ausser Acht lassen. Gewisse Wünsche kann man sich auch nur selber erfüllen, oder selber dazu den Anstoss geben.

      Ich bin mir noch nicht sicher, was auf diese Person zukommt. Sei nicht so pessimistisch :) Ich hoffe, das Kind hilft den beiden, wieder enger zusammenzuwachsen und mehr aufeinander Rücksicht zu nehmen.

      Und, mal ganz ehrlich: Wer stellt sich nicht hin und wieder die Frage, was wäre wenn? ;)

      Liebe Grüsse,
      Aprikose

  3. “Ich muss doch meinen Menschen kennen, wissen, was ihn antreibt, was ihm fehlt, was seine Wünsche sind. Eine Partnerschaft besteht darin, dem anderen Steine aus dem Weg zu räumen und ihm diese Wünsche zu erfüllen, sich gegenseitig zu unterstützen. Liebe ist, dem anderen Flügel wachsen zu lassen” –

    das hast du sehr schön gesagt, und ich kann es nur voll und ganz unterstreichen. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen dass anders sehen. So gesehen überrascht mich dein Blogeintrag nicht, auch wenn er irgendwie traurig macht.

    GlG

    • Liebes Libellchen, ich bin mir ganz sicher, dass es noch viele andere Menschen gibt, die so denken! Es kann nicht sein, dass ich unter so vielen die einzige Person mit dieser Überzeugung bin – guck dich allein unter den Kommentatoren um :)
      Nur Geduld.

      Liebe Grüsse,
      Aprikose

  4. Es ist schrecklich, wenn man in einer Partnerschaft festsitzt, die einem wie ein Gefängnis vorkommen. Auch wenn Deinem Ex das jetzt evtl. noch nicht so klar ist….er wird ja Vater usw…..aber irgendwann wird sich diese Euphorie legen und dann kommt das böse Erwachen. Ich war mal mit einem Mann zusammen, der seine Interessen über meine gestellt hat oder mir einreden wollte, daß sein Lebensplan auch meiner ist. Irgendwann war ich so gehirngewaschen, daß ich überhaupt nicht mehr wusste was ich wollte und mich sehr zum Negativen veränderte….zum Glück habe ich den Absprung geschafft. Liebe Aprikose, ich habe auch den Eindruck, daß er wieder Interesse an Dir zeigt und anbändelt….bitte werde nicht schwach….er ist in einer Beziehung und er wird Vater….Du kannst nur der Verlierer bei dieser Geschichte sein.

    • Liebe Mascha, die Geschichten in meinem Tagebuch sind leider allesamt ein wenig kompliziert, wie sie vom Leben allein geschrieben werden können… der Mensch, um den es hier geht, ist nicht mein Exmensch, sondern nur eine flüchtige, wenn auch recht heftige Bekanntschaft. Nachzulesen unter dem Link oben ;)
      Keine Sorge, ich werde auch tunlichst die Finger davon lassen, wie ich vorhin schon schrieb. Da spielen ganz viele Faktoren mit, und primär, dass ich dafür grad gar keine Zeit habe. Ausserdem hat sich das Interesse auch schon wieder gelegt, das war wohl nur ein kurzes Aufflackern, nachdem fast ein Jahr lang Schweigen herrschte.

      Einseitige Beziehungen sind oftmals zum Scheitern verurteilt, ausser bei Menschen, die gerne führen und Menschen, die gerne folgen. Da kann das gut funktionieren (so gesehen bei Freunden – ich kann darüber zwar nur den Kopf schütteln, aber manche Menschen scheinen es zu mögen, wenn man für sie denkt…).

      Liebe Grüsse,
      Aprikose

  5. Liebe Aprikose,
    hätte ich deinen Beitrag vor acht Monaten gelesen, wäre ich absolut auf deiner Seite… jetzt fällt es mir schwer nur das zu sehen, was ihr da bei eurem Gespräch besprochen habt…
    Das Kind war geplant!!! Wenn das wirklich stimmt, haben sich beide dafür netschieden. Dein Freund wusste wie seine Partnerin über ein Studium denkt. Aber davon mal abgesehen, er hat ein Kind mit ihr gezeugt und ihm wird auch klar gewesen sein, dass es dann mit studieren schwer gehen wird. (Ich sage nicht, dass es gar nicht ginge und sicher ist es sehr sehr schwer, wenn seine Partnerin darin keine Unterstützung gibt). Aber auch ihre Unterstützung kann nur begrenzt sein, zumindest derzeit (ich weiß das so genau…du weißt^^). Wie soll sie in der Schwangerschaft (in der sie sowieso mit so vielen neuen Dingen, Emotionen, Ängsten, Wünschen konfrontiert wird, in der sich so viel für sie ändert – in die sich BEIDE GEWOLLT gebracht haben, noch unterstützen?!).
    Es ist klar, dass da eine frische, reife Aprikose so frei und unabhängig (nicht übellaunig, emotional übertrieben und “unschwanger”) sehr sehr verlockend ist. Und dass es leichter gesagt ist, dass man auch nicht mehr weiß, wieso man damals nicht usw….
    Unter dem Gesichtspunkt, dass das Kind geplant war (wenn das wirklich stimmt) muss ich sagen, er braucht Zeit! Zeit um zu begreifen, dass sich einiges ändert, einiges, was er so entschieden hat. (Ganz unabhängig davon stimme ich dir zu: eine Partnerschaft soll im besten Fall Flügel wachsen lassen. Und in schweren Situationen stärken und Sicherheit geben! Und der eine Partner wäre kein guter, wenn er an seinen Partner nicht glaubt!) Es kann sein, dass ihm erst jetzt klar wird, dass er sich mit dem Kind ein Leben lang an diese Person “gebunden” hat…irgendwo… und dass er das (zumindest fürher) wollte. Ihr jetzt die ganze “Schuld” in die Schuhe zu schieben finde ich nicht fair. (Ganz unabhängig ob er sich gerade mit ihr, besser mit sich selbst, wohl fühlt…)
    Dir ist natürlich klar, dass ich das nur mit meinen Augen betrachtet habe…?! ;) Aus deiner Sicht (und bspw. aus der Sicht der besten Freundin – sowie allen anderen auf der Seite meines Freundes-) kann ich natürlich alles verstehen… der Mensch hat scheint seine Träume an den Nagel gehängt zu haben… aber das scheint vielleicht nur so… (vielleicht ist es nach ein paar Monaten mit seinem Kind so, dass er ein Teilzeitsudium, Fernstudium oä. beginnen möchte. Oder er merkt, dass er seine Partnerin wirklich nicht mehr liebt, sich missverstanden fühlt und sich trennen muss… er muss selbst entscheiden und selbst die Kraft aufbringen, die Situation zu ändern….er kann nicht sie dafür verantwortlich machen…das ist zu leicht und nicht fair…)

    Tut mir leid, ist lang geworden…=(
    Summer

    • Liebe Summer, entschuldige dich doch nicht dafür, dass du viel geschrieben hast *lach*

      Also: Natürlich hast du recht. Das Kind war geplant, und irgendetwas wird man sich dabei wohl gedacht haben. Allerdings bin ich auch der festen Überzeugung, dass man nach nur 3 Monaten Beziehung eine solch weitreichende Entscheidung treffen kann. Ich vermute stark, dass man sich von der Verliebtheit hat mitreissen lassen – ausserdem sagte der Mensch auch, dass sein Partner hier einige Dinge sehr beschönigt dargestellt hatte (was z.B. Finanzen anging) und ein nicht unerheblicher Teil der Entscheidung auch darauf beruhte.
      Die Süssholzraspelei hat bereits wieder aufgehört, siehe ein Kommentar weiter oben…

      […] er braucht Zeit! Zeit um zu begreifen, dass sich einiges ändert, einiges, was er so entschieden hat.

      Genau das denke ich auch. Mittlerweile sind gewisse Aussagen auch widersprüchlich geworden, dieser Person geht also einiges im Kopf rum. Aber bald ist das Baby da, und dann ist wohl eh wieder Sendepause ;)

      Ihr jetzt die ganze „Schuld“ in die Schuhe zu schieben finde ich nicht fair.

      Schon klar – zum Babymachen gehören immer zwei dazu ;) Aber dieses “Ich will nicht, dass du studieren gehst” kam ja schon vor der Babyplanung, und die Person hat sich, eben zu meiner grossen Überraschung, davon überzeugen lassen, dass es sicherer sei, den Job zu behalten anstatt zu studieren. Das mag manchmal zutreffen, aber ich finde einfach, wenn man die Möglichkeit und das Potential dazu hat, zu studieren, soll man diese Chance ergreifen. So jung ist man nie mehr. Und wenn der Job nun in 5, 10 oder 15 Jahren nun doch nicht so sicher ist, steht man ohne irgendwas da, und einstudiert ist man lediglich auf seine damalige Arbeit.
      Jetzt, wo dieser Mensch sich wieder öfter mit mir unterhält, will er plötzlich wieder studieren gehen. Bedeutet das, dass er einfach zu überzeugen ist, oder dass er aus Liebe dem Partner recht gab? … Auf jeden Fall bedeutet es, dass dieser Wunsch noch immer in ihm schlummert, und DARUM geht es mir. Ein Partner hat die Aufgabe, diese Wünsche ans Tageslicht zu bringen. Und ich störe mich ein wenig daran, dass dies nur im “besten Fall” so sein soll. Warum nicht immer? :)

      Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Zunächst mal ein Kind ;)

      Liebe Grüsse,
      Aprikose

  6. … soll ich mich nun freuen oder weinen, weil es doch irgendwie allen gleich geht!?

    • Einfach abwechseln, je nach Situation! YDu * … aber das wolltest du wahrscheinlich nicht wissen … grübel .. ;-)

    • ist nur eine phase, mario ;) der mensch von oben hat sich schon wieder “beruhigt” und mag sein leben doch irgendwie so wie es ist…

  7. “Liebe ist, dem anderen Flügel wachsen zu lassen.”
    Liebe Aprikose, es ist lange her, dass du einen Beitrag von mir bekamst, und da auch noch unter ‘Makochou’.
    Ich finde, du hast ein schönes Zitat der Liebe hinzugefügt. Wenn man liebt, will man, dass es dem anderen gut geht, dass er glücklich ist, dass er seine Träume leben und seine Ziele erreichen kann. Aber mann will ja auch gemeinsam durchs Leben ziehen .. vielleicht solltest du das Zitat ein klein wenig erweitern:
    “Liebe ist, dem anderen Flügel wachsen zu lassen und gemeinsam in die Lüfte zu steigen”
    Na ja.. du findest sicherlich eine bessere Formulierung, aber in die Richtung würde ich gehen.
    Da fällt mir auch ein Theaterstück ein, dass wir damals während unserer Konfirmandenzeit mit der Theatergruppe aufführten: “Gelbe Engel” hieß es und dort hieß es “Engel müssen sich umarmen, um fliegen zu können” [Menschen müssen umarmen, um fliegen zu können]. Es geht darum, dass jeder im Besitz eines Flügels ist, aber alleine kann man nicht fliegen, man braucht dazu immer noch einen anderen Menschen an seiner Seite… .

    Zu Gedankenfest:
    “Ich habe schon vielen Freunden und Bekannten geraten, dass sie nicht an einer bestimmten Uni studieren sollen, nur damit sie nah an ihrem Partner sind. Wenn die Partnerschaft in die Brüche ginge, würden sie es bereuen. Und ich glaube an diese wundervolle Partnerschaft, die alles übersteht – auch eine gewisse Entfernung über einige Jahre.”
    Diesen Standpunkt kann ich nur unterstützen. Es stellt sich zwar als bequemer für die momentane Beziehung heraus, aber bequemer ist nicht immer der bessere Weg. Es gibt so viele Unitversitäten mit verschiedenen Schwerpunkten etc. .
    Mein Freund und ich studieren beide und das bei etwa 500 Kilometern Luftlinie und das ist durchaus machbar. Auch sind wir beide Menschen, die ihren Freiraum brauchen. Das haben wir dann unter der Woche. :)

    Liebe Grüße,
    Kiira

    • “Liebe ist, dem anderen Flügel wachsen zu lassen und gemeinsam in die Lüfte zu steigen”

      genau! und wenn einer nicht mitfliegt, oder dem anderen davon fliegt, dann funktioniert es nicht.
      … jetzt fiel mir gerade das zitat ein, das du als nächstes schreibst: wir sind alle engel mit nur einem flügel… zufall? ;)

      freiraum ist wichtig. den hat man bei einer fernbeziehung definitiv… allerdings wäre es mir dann nicht recht, meinen partner genau dann zu sehen, wann ich möchte. also ein zweischneidiges schwert!

      liebe grüsse,
      aprikose

      • Hallo, meine Liebe :)

        Wirklich ein Zufall, dass dir genau jetzt dieses Zitat auch einfällt. Letztens erst las ich es ebenfalls zufällig auf einer anderen Seite.. irgendwie scheinen die Engel gerade durchzukommen *lächel*

        “allerdings wäre es mir dann nicht recht, meinen partner genau dann zu sehen, wann ich möchte” (Zitat Aprikose)

        Hast du dich da eventuell vertippt? Ich verstehe nicht so ganz, warum du es nicht so haben möchtest, deinen Partner zu sehen, wenn du es möchtest.

        Liebe Grüße,
        Kiira

        • äh… ja, ich meinte natürlich, dass es mir nicht recht wäre, wenn ich meinen partner nicht dann sehen kann, wenn ich möchte. so rum :)
          ist schon spät, und meine gedanken sind woanders… ganz und gar nicht bei engeln ;)

          liebe grüsse,
          aprikose

  8. Ich habe absolut kein Mitleid mit dem Kerl. Du scheinst mir hier als Notstopfen für schlechte Zeiten aufgebaut zu werden und alles andere hat er sich ganz bewußt selbst ausgesucht. Selbst von ganz weitem glaube ich kaum ein Wort der rührseligen Geschichte, die anscheinend genug Eindruck auf dich gemacht hat. Entweder bin ich zu alt für so einen Quark oder zu abgebrüht. Im Gegenteil: Was ist das für einer, der seine schwangere Freundin gegenüber anderen so schlecht macht, nur um sich selbst in ein Licht zu setzen, dass an Armseligkeit kaum zu überbieten ist? Nee, sorry…wenn es so schlimm wäre, würde ich weder ein Kind bekommen, noch zusammenziehen….denk mal nach, was der dir da für eine krude Story auftischt….

    • ganz so krass wie du es darstellst ist es nicht. dass hier aber vieles im affekt gesagt wurde ist klar. und wie ich schon oben schrieb: zum einen gehe ich nicht darauf ein, zum anderen war das wohl alles in einer ziemlich wirren laune geschrieben. im moment ist in der richtung auf jeden fall nichts mehr passiert oder geäussert worden.
      trotzdem hast du ein stückweit recht, und eben… die ganze beziehung ist ein wenig sonderbar. ich würde es mir nicht wünschen.

      liebe grüsse,
      aprikose

  9. wow, sehr poetischer, schöner post..
    obwohl ich das gegenteil vom klassischen ‘sammler’ oder ‘behalter’ bin (alles wegwerfen und dann wundern, dass nix mehr da ist) kann ich mich sehr gut in dich hineinversetzen und deine gedanken sprechen mich sehr an..wünsche dir einen schönen weiteren winter und viele weitere poetischen gedanken..

    • es freut mich, dass meine geschriebenen gedanken so anregend sind :)
      danke für deine worte. ich wünsch dir auch einen schönen restwinter!

      liebe grüsse,
      aprikose


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